Wahres Leben – 3

Vor einiger Zeit habe ich den Bericht eines Verkaufspsychologen gesehen, der ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert hat.

Dabei erwähnte er, dass in Supermärkten ganz häufig Obst oder Gemüse der gleichen Sorte und vom gleichen Hersteller sowohl verpackt als auch unverpackt nebeneinander liegen. Er wies darauf hin, dass, obwohl es sich um 100% der gleichen Sorte, die unverpackte Ware immer teurer ist als die verpackte.

WARUM das so ist, erklärte er auch: wir Konsumenten gehen nämlich davon aus, dass unverpackte Ware „frischer“ sei, was natürlich in so einem Fall absoluter Unfug ist.

Seit ich diesen Beitrag gesehen habe, habe ich im Supermarkt meine Augen offen gehalten und heute war es endlich so weit: KIWIS

 

Vier verpackte Kiwis kosten 1,49 Euro, das bedeutet 37 Cent pro Kiwi. Wie man auf dem Bild sehen kann, kostet die lose Kiwi das Stück 49 Cent.

Wer kann mir erklären, warum ich 32,5 % mehr bezahle, wenn ich keinen Verpackungsmüll haben will?

Letztlich wird der Konsument nicht nur veräppelt, sondern auch noch bestraft, wenn er sich gegen den Verpackungsmüll entscheidet.

Ich habe die verpackte Ware gekauft und den Verpackungsmüll im Laden gelassen, wo allerdings nur Mülleimer stehen, die jeden Müll ungetrennt aufnehmen.

4 Kommentare zu “Wahres Leben – 3”

  1. Ein Müllverwirrter schrieb:

    Mrz 13, 12 at 19:21

    Herr Uwe Pollmer wird Dich als Multiplikatorin schätzen …

  2. Eva Becker schrieb:

    Mrz 13, 12 at 22:25

    Ich habe nach der Veröffentlichung des Artikels noch ein wenig im Netz gesucht und einen Filmbeitrag zum Thema beim WDR gefunden. Das Thema ist viel komplexer als ich es in dem Artikel vorgestellt habe. Es lohnt sich, das WDR-Filmchen anzusehen.

    „Preise: lose oder verpackte Lebensmittel?“

  3. Usch schrieb:

    Mrz 13, 12 at 22:34

    Interessant, aber nicht wirklich zu begreifen!
    Ich werde deinem Beispiel folgen! Danke!

  4. Zwerg N schrieb:

    Mrz 15, 12 at 08:25

    Vollkommen richtig beobachtet. Ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe es mir mit dem „Preis für Individualität“, dem Ausbrechen aus der Norm, ein Kilo oder ein Pfund kaufen zu sollen, versucht zu erklären. Eigentlich habe ich es unter üblicher Kundentäuschung verbucht. Wichtig ist zu wissen, daß das ausgewiesene Gewicht nicht dem tatsächlichen entsprechen muß: teils aufgrund der Tatsache, daß der Wassergehalt von Lebensmitteln sich tatsächlich verändert. Teils, weil es schon verdammt komisch ist, daß 3 Paprika immer 500 Gramm wiegen sollen. Teils, weil der Gesetzgeber schon gar nicht mehr verlangt, daß Packungen das ausgewiesene Gewicht haben müssen.

    Zwerg N.


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